Brandschutz in Wohn- und Pflegeheimen: vorschriftsgemäß aber mangelhaft?

Vorschriftsmäßiger Brandschutz, ausführlich geschultes Personal, rechtzeitiges Eintreffen der Feuerwehr – trotzdem jährlich viele Verletzte und Tote bei Bränden in Wohn- und Pflegeheimen.

Risiken bei Bränden für Bewohner von Wohn- und Pflegeheimen noch immer hoch

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Calanbau Brandschutzanlagen GmbH ist Mitglied beim bvfa. Ziel des bvfa ist es, Unternehmen über Brandschutzmöglichkeiten und die Wichtigkeit des Brandschutzes aufzuklären.

Laut bvfa und der Deutschen Stiftung Patientenschutz gibt es jedes Jahr ca. 50 Brände in Wohn- und Pflegeheimen in Deutschland. Dabei gibt es im Durchschnitt 150 Verletzte und 20 Todesopfer. Zu den Brandursachen gehören technische Defekte an elektrischen Geräten und menschliches Fehlverhalten. Allerdings ist der vorschriftsmäßige Brandschutz vorhanden, das Personal ausreichend geschult und die Feuerwehr auch zeitnah vor Ort gewesen. Wie kann es also zu solchen Zahlen kommen?

Bewohner von Wohn- und Pflegeeinrichtungen sind in der Regel nicht mehr in der Lage, sich im Alltag komplett selbst zu versorgen und sind daher in bedrohlichen Situationen, zum Beispiel bei einem Brand, akut bedroht. Sich, ohne Unterstützung, in Sicherheit zu bringen, stellt eine Herausforderung für sie dar, insbesondere wenn sie in ihrer Mobilität oder Orientierung eingeschränkt sind. Das Pflegepersonal muss ihnen also helfen, das Gebäude zu verlassen und an einen sicheren Ort zu gelangen.

Die Evakuierung von Wohn- und Pflegeheimen stellt sich als Wettlauf gegen die Zeit dar

Nun breitet sich ein Brand und der dabei entstehende Brandrauch jedoch schnell aus. Innerhalb von nur wenigen Atemzügen kann der toxische Brandrauch zur Orientierungslosigkeit, Bewusstlosigkeit oder dem Tod führen. Dem Pflegepersonal und den Bewohnern ist also nur wenig Zeit geboten, das Wohn- oder Pflegeheim zu verlassen. Laut einer Studie von Prof. Dr.-Ing. Michael Rost von der Hochschule Magdeburg-Stendal werden durchschnittlich drei Minuten zur Rettung pro Bewohner benötigt. Hier kommt nun der Mangel an Pflegepersonal ins Spiel. Für eine Pflegekraft ist es fast unmöglich, zeitnah alle Bewohner und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Liegt die Einrichtung auf dem Land, brauchen Feuerwehren zudem länger, um am Brandort einzutreffen. Es ist also nicht immer möglich, dass die Feuerwehr bei der Rettung der Bewohner mithelfen kann. Selbst in Großstädten braucht die Feuerwehr ca. 10 bis 14 Minuten bis zum Eintreffen am Brandort.

Sprinkleranlagen sollten unverzichtbar sein

Um bei Bränden das Risiko für Bewohner von Wohn- und Pflegeheimen zu verringern, muss bereits bei der Planung mit solchen Szenarien gerechnet und die Rettungswege und Rettungsmöglichkeiten optimiert werden. Die Feuerwehr darf nicht benötigt werden.

Aber wie können bereits bestehende Wohn- und Pflegeeinrichtungen das Risiko für Bewohner vermindern? Durch Sprinkleranlagen.

Viele Betreiber von Wohn- und Pflegeheimen verzichten auf den Einbau einer Sprinkleranlage und die damit verbundenen Vorteile für Bewohner und Personal. Sprinkleranlagen bekämpfen nicht nur aktiv Brände und verringern die Ausbreitung, sie wirken auch der Verrauchung entgegen. Dadurch wird das Pflegepersonal bei der Evakuierung der Bewohner unterstützt und die Gefährdung durch Feuer und Rauch verringert. Es entsteht ein größeres Zeitfenster.

Wohnraum Deckensprinkler
Wohnraum Sprinkler

Seit 2013 existiert die Richtlinie VdS 2896 „Sprinkleranlagen für Wohnbereiche“ in Deutschland. Dieses Regelwerk ist für Wohnformen konzipiert worden und berücksichtigt besondere Eigenschaften und die Schutzkonzepte dieser. Ein weiterer neuer Standard ist auch DIN EN 16925 „Ortsfeste Brandbekämpfungsanlage – Automatische Sprinkleranlagen für Wohnbereiche – Planung, Installation und Instandhaltung“. DIN EN 16925 ist ebenfalls auf Wohn- und Pflegebereiche fokussiert. Zusätzlich gibt es speziell für Wohnräume optimierte Sprinkler: Wohnraum Sprinkler. Sie können sowohl an Wänden wie auch Decken angebracht werden.

Würden vermehrt Sprinkleranlagen in Wohn- und Pflegeheimen eingebaut werden, könnten also nur nicht Schäden vermindert, sondern auch Menschenleben gerettet werden. Sie bieten zudem viele verschiedene Vorteile und sind rund um die Uhr einsatzbereit.

 

Wenn Sie mehr über die Vorteile von Sprinkleranlagen bei Wohn- und Pflegeeinrichtungen erfahren möchten, können Sie hier das komplette Positionspapier „Sprinkleranlagen in Wohn- und Pflegeheimen sind unverzichtbar“ von bvfa herunterladen.